Salam alaykum - Friede sei mit Dir, liebe Leserin, lieber Leser. Schön, dass Du hergefunden hast.

Samstag, 12. Mai 2012

Jedes Mal

Jedes Mal, wenn ich in die Moschee fahre, ist das wie nach Hause kommen - zu Menschen, die mich verstehen. Mich als Muslimin zeigen dürfen, frei und ohne Angst.

Sonntag, 6. Mai 2012

Imageproblem - Statt einer Rezension

Ein Buch, das sowohl meinem Schatz als auch mir gefällt, muss schon eine recht ungewöhnliche Lektüre sein, und das ist es auch. Herzliches Lachen mischt sich mit beunruhigendem Erinnert-Werden. Aber vielleicht sollte ich vorne anfangen.

Muslime im allgemeinen und deutsche, konvertierte Muslime im besonderen sind ja nicht eben für ihren Humor bekannt. Anja Hilscher hat etwas geschafft, was überfällig ist: die bleischwere Diskussion über die Muslime aber auch innerhalb der Muslime selbst mit einem Lächeln auf die leichte Schulter zu nehmen - ohne dabei den Ernst des Glaubens an sich aufzugeben. Sie redet keinem Light-Islam das Wort und nicht den Hardlinern - dieses Buch ist ein wunderbarer Beitrag dazu, dass der Islam endlich wieder das wird, als was er geschaffen wurde: der Weg der Mitte und des Ausgleichs. Und ein sichtbarer Beweis dafür, dass die aufgeschlossenen, herzensguten Muslime die Mehrheit stellen und die Proletenmuslime etwas ganz wichtiges nicht verstanden haben.
Ganz nebenbei ist das Buch natürlich auch ein Lehrbuch: ich kann viel über meine eigenen Vorurteile lesen, über meine eigene Nase, an die ich viel zu selten fasse. Über meine eigenen festgefahrenen Vorstellungen von Muslimen und Nichtmuslimen. Außenstehende lernen Details über den Islam, die sie so in keiner Tageszeitung finden können, Insiderwissen sozusagen.

Dieses Buch würde ich bedenkenlos meiner Mutter empfehlen, die so skeptisch ist, was diesen Glauben angeht. Besser allerdings fände ich, es fänden sich ein paar nette junge Leute, von sonstwem finanziert, die anfingen, es in Fußgängerzonen zu verteilen. Möchte jemand von Euch?

Dieses Buch bringt sicher eine Menge Menschen zum Schmunzeln und zum Nachdenken. Etwas islamischeres kann ich mir gar nicht vorstellen.

Sonntag, 22. April 2012

Klar Schiff

Heute war ich auf dem Dachboden, ein paar Wintersachen hochtragen. Ordnung machen. Und da sah sie mich wieder an, die Kiste. Ich wusste, was drin ist und jedes Mal wenn ich da oben bin schaut sie mich an, erinnert mich an alte, schlechte Zeiten und lockt.

Mittwoch, 18. April 2012

Es geht ja nicht um den Islam

Da darf man sich nichts vormachen: die Islamfeindlichkeit, die allenthalben zu spüren ist, ist eine Ausländerfeindlichkeit, nur anders verpackt. Man muss nichts mehr gegen Ausländer haben, man hat etwas gegen Muslime oder, salonfähiger, neuerdings gegen Salafisten.

Nun ist es nicht so, dass ich die Leute nicht verstehen kann. Dazu muss ich ein wenig ausholen.

Sonntag, 15. April 2012

Danke

Ich danke Dir, mein Schöpfer und Erhalter,


für jede Erschwernis, die mir die Chance gibt, zu wachsen
für jede Enttäuschung, die den Zustand der Täuschung beendet, in dem ich zuvor war
für jede Verletzung, die ich erfahre, denn sie erlaubt mir, daran zu wachsen
für jede Irritation, die mich einlädt, meinen Horizont zu erweitern

Donnerstag, 5. April 2012

Kind-isch

Ich muss über mich schmunzeln. Nach gut zwei Jahren im Islam werde ich dieser Tage in eine Moschee gehen und öffentlich sagen, was ich längst weiß: dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist. Das tue ich ja nun mindestens fünfmal am Tag, eigentlich nichts besonderes oder?

Sonntag, 1. April 2012

Kon-zentrisch

Heute fällt es mir schwer, mich auf etwas zu konzentrieren - und daraus ist folgendes erwachsen:

Das Zentrum ( κέντρο ) ist ein Wort aus dem Griechischen, es beschreibt deb Stachel des Zirkels, der die Mitte markiert, um die man Kreise zieht. Konzentrische Kreise eben, auf denen man die Mitte umrundet, den Ursprung von allem. Daher kommt vermutlich die Konzentration: auf etwas fokussiert sein, etwas beständig umkreisen.

Dienstag, 27. März 2012

Überraschung

Manchmal hadere ich
mit der Welt,
fühle mich
verfolgt, unterdrückt,
eingeengt und missverstanden.

Montag, 19. März 2012

Vereint im Islam

Ja, es war wirklich ein tolles Event und hat meinem Iman und meiner Motivation sehr gut getan. Ohne Akif Sahin hätte ich davon niemals erfahren, danke noch einmal dafür.

Freitag, 9. März 2012

Vom Christentum her (1)

Man kommt als Muslimin auf Dauer nicht daran vorbei, sich mit dem Christentum zu beschäftigen - ist es doch zusammen mit dem Judentum der Ursprung, auf dem unsere Religion aufbaut. An vielen Stellen wird im Koran auf die Bibel verwiesen und auf den Kern der biblischen Aussagen, jedenfalls "was davon noch übrig ist".

Und natürlich hat das christliche Erbe und Muslimen eine Menge zu bieten - die Psalmen zum Beispiel. Für mich sind die eine stete Quelle von Inspiration und Kraft. Als Beispiel soll Psalm 116 dienen:

Mittwoch, 7. März 2012

Beten auf der Hannover Messe

Anlässlich der CeBit heute ausprobiert - Ergebnis, naja. Der Eingang des Gebesraums in Halle 17 sieht ja noch recht vielversprechend aus:
Dahinter allerdings, man sieht es auf dem Bild, ist erstmal der Männerbereich, durch den frau durch muss. Wudu kann man vielleicht irgendwo machen, aber keiner der Waschräume ist beschriftet. Hat man das überwunden, kommt man in den Frauenraum, der ist, nun ja, zweckmäßig.

Dienstag, 6. März 2012

Fastentage

Ich habe in einem meiner Bücher gelesen, freiwilliges Fasten sei das einzige, was man als Gläubige direkt für Allah tun kann. Ich bin mir da nicht sicher, denn warum sollte Allah mein Fasten brauchen? Aber ich mag die Idee, sehr sogar, etwas, was mir schwer fällt zu tun, nur um meine Beziehung zu Allah, dem Erhabenen zu festigen. Es macht mich glücklich, dass ich fasten kann und darf und es ist ein kleines Geheimnis, das ich mit meinen Mitschwestern und Allah teile: wir fasten, und wir tun es für Ihn.

Sonntag, 4. März 2012

Gutes Tun

Islamisch daherreden ist leicht, und bevor ich mit dem Finger auf andere zeige, sage ich es lieber gleich: ich bin auch so jemand, der von guten Taten redet, aber eher selten auch wirklich welche tut.

Heute habe ich eine passende Stelle im Koran gelesen, wieder einmal, und mir fiel dazu ein Zitat aus meiner Zeit in den EA-Selbsthilfegruppen ein:

Mittwoch, 22. Februar 2012

Denkste

Es sind die kleinen Sachen, aus denen ich lernen darf.

Gestern war meine große Tochter noch lange auf, viel zu lange nach meinem Geschmack. Und heute morgen, als ich aufwachte, schlief sie noch - sie hatte verschlafen, war ja klar. Ich überlegte, ob ich sie wecken soll und dachte nein, Strafe muss sein. Ich wusste, sie würde sich ärgern wenn sie aufwacht und ich fand es nur gerecht. Sah mich als das strafende Korrektiv.

Sonntag, 5. Februar 2012

Wege finden

So lange ich denken kann will ich meinen eigenen Weg finden, will alles selbst herausfinden und der Islam macht da keine Ausnahme. So habe ich ganz am Anfang erst einmal alles hinterfragt - fast alles, der Koran stand und steht für mich nicht zur Diskussion, denn in ihm habe ich Gottes Wort erkannt und das hat mich zum Islam gebracht.

Aber das mit der Sunna...das war mir immer suspekt. Seltsame Regeln, viele davon fand ich untragbar oder reichlich sinnlos, wenig hilfreich. Also habe ich mich ins Gebüsch geschlage und meine eigenen Wege entdeckt. Oft genug durfte ich feststellen, nachdem ich lange durchs Dickicht geirrt war, dass ich besser hätte gleich den ausgetretenen, bequemen Sunna-Weg hätte nehmen können. Manchmal war das aber auch nicht so - und was nun genau Sunna ist, ist ja auch durchaus unscharf, oft sogar Gegenstand von Streit unter Gelehrten. Ganz ohne geht es aber auch nicht - auf diese "tolle" Idee war ich zuerst verfallen, aber auch die Ritualgebete sind Sunna, die Gebetszeiten, einfach alles was den praktischen Islam ausmacht.

Nun haben wir also Islam "Anisah-Style". Ich trage kein Tuch, gebe wildfremden Männern die Hand und verbringe Zeit alleine mit ihnen in Bahnabteilen und Büros. Ich reise ohne Mahrams, kaufe Rindfleisch im Supermarkt und trinke alkoholfreies Bier in ganz normalen Kneipen. Ich verschiebe Gebete, wenn ich der Meinung bin, dass die aktuellen Gebetszeiten nicht zu meiner Umgebung passen - da allerdings fangen die Konflikte schon an.

Sonntag, 29. Januar 2012

Arabische Buchstaben sind schwer...

...hier eine kleine Hilfestellung für alle, die sich damit genauso plagen wie ich:



Allah lässt nicht locker

Das musste ja so kommen: nach zwei Jahren im Islam kam eine Krise. Befeuert durch Erlebnisse, die meiner Weltsicht eine neue Facette hinzufügten, fragte ich mich, ob ich wirklich glaube, wirklich Muslimin bin, wirklich zum Islam gehöre. Die Versuchung, das einfach zu ignorieren, war groß. Aber ich habe ihr nicht nachgegeben.

Ich habe etwa eine Woche gar nicht gebetet und mich auch sonst ausschließlich mit meinem Alltag beschäftigt - und abgewartet.

Und es ist etwas geschehen, was ich nie vermutet hätte: die Gebete haben mir gefehlt, ich fühlte mich ärmer ohne Allahs Nähe. Einsam, ein wenig trostlos war das. Und so kam ich zurück, Schritt für Schritt. Und fühle mich gereift, ein ganzes Stück erwachsener geworden.

Dieses Blog wird also nun doch nicht geschlossen - aber die Postingfrequenz wird zurückgehen. Ich werde dem Islam nicht den Rücken kehren - aber viel mehr, wie im Koran angemahnt, meinen Verstand gebrauchen. Und meine neue Weltsicht, die gebe ich nicht mehr her. Wer, wenn nicht Allah, könnte sie mir geschenkt haben? Alhamdulillah!

Donnerstag, 12. Januar 2012

Dankeschön

Liebe Leserin, lieber Leser,

dieses Blog wird es demnächst nicht mehr geben - eine deutliche Führung rät mir dringend, es nicht mehr weiter zu betreiben und ich folge ihr.

Danke für die schöne Zeit mit Euch.

Eure
Anisah

Mittwoch, 4. Januar 2012

Al Furqan

Inspiriert durch den Post von Chadidscha will ich noch einen Schritt weiter gehen:

Allah ist Al Furwan, der Maßstab, die Richtschnur, die Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Wir Menschen sind es nicht.

Einmal ganz auf mich gemünzt: ich habe in meinem Leben Dinge getan, die alles andere als gut waren. Ich habe Verletzungen verursacht, die nie wieder heilen werden, bei mir und bei anderen. Ich kannte keine Scham, keine Grenzen, kein Zurückstehen. Schließlich war ich aus eigener Schuld dem Tode geweiht, zwei Mal in meinem Leben.

Dienstag, 3. Januar 2012

Heimlich, still und leise...

...ist mein zweijähriges Muslima-Jubiläum vorbeigegangen. Turbulent zuerst, dann kämpferisch, mitlerweile eine Lebensaufgabe ist dieser Glaube ein Stück weit Normalität geworden, im Alltag angekommen.